Mittwoch, 1. Juli 2009

Gedanken von gestern schon

Noch ist es nicht so lange her, dass ich mich das letzte Mal so leer, so hilflos, so einsam, so hoffnungslos und so voller Angst gefühlt habe. Tausend Bilder laufen vor meinen Augen, tausend Gefühle schwirren in meinem Herzen, tausend Dinge, die ich noch tun möchte, die ich noch sagen möchte, aber die Zeit läuft ab, die Zeit fliegt dahin und ich kann sie nicht stoppen. Ich war so tapfer heute und dann, dann ging es einfach nicht mehr. Heute morgen, strahlender Sonnenschein. Viele bunte Ballons, gefüllt mit Wasser - die Kinder werfen sie, alle werden wir nacheinander naß. Soviel Spaß, soviel Lachen - vielleicht ein letztes Mal. Ein letztes Mal Lachen zusammen. Die Arbeit blieb Arbeit, heute zählen andere Dinge. Mittag - Kuchen, Obstsalat, Eis und ein letzter Kaffee. Eine Kleinigkeit nur und doch, wie lieb ist diese Geste? Wie lieb, wie besonders war sie jeden einzelnen Tag? Ein Jahr lang, ein Ritual des Alltags und sicher keine Selbstverständlichkeit. Die Kinder, wir ziehen sie an. Ich hocke auf dem Boden, spreche ruhig auf sie ein. Er springt dazwischen, redet, macht Quatsch mit den Kindern. Nur eine Kleinigkeit, unbedeutet und doch wie schön, eine Alltagsbegebenheit - so wichtig.
Es ist Mittag, Kaffee ist fertig. Zeit für das Abschiedsgeschenk. Zeit für eine letzte Runde um den Tisch. Nur "wir" sind irgendwie da, nur die eine Gruppe. Die andere fehlt, wie schön, wie angenehm. Es ist schwer, Gedanken, Erinnerungen - aber stark bleiben. Es funktioniert, ich sehne mich nach Hause, nach Einsamkeit. Schlafwache getauscht, zwei Stunden Kaffee - einfach mal nix tun, nur den Moment genießen.
Dann Välipala - er wirbelt herum. Bringt uns Eis, niemand beachtet es, wir reden einfach weiter. So kann der Abschied nicht gehen. Wir holen die Gitarre. Ein Lied für unsere Praktikantin. Wie féierlich, so einfach. Dann ein Gang zu den Riesen. Das komplette Spielhaus vereint. Wir stehen da, alle Zwerge so verschüchtert, alle schauen, wir singen. Ich kann nicht, ich schaffe es nicht. Die Stimme versagt, die Tränen wollen sich nicht mehr verdrängen lassen. Er ist so traurig. Die Musik war so eindringlich. Es ist nicht zu ertragen, ich flüchte in die Küche. Dort ist niemand, dort kann ich für mich sein. Silvia kommt zum Tschüss sagen. Sie gehen noch Essen. Wie schön - er wird sie so vermissen. Sie spricht mit mir, ich kann nicht mehr und muss nur noch weinen. Da stehen wir Arm in Arm. Sie ist soviel stärker als ich. Sie tröstet mich. Es gehen ja nicht beide! Ein Loch, ein riesen Loch. Dann die Verabschiedung von ihm. Er geht zu mir, er lacht schon wieder. Wäre ich doch nur so stark wie er! Ich will nicht weinen, aber es geht nicht. Bis heute Abend dann. Es tröstet, noch ist es nicht vorbei!
Feierabend - ein letzter Gang durch das Spiehaus. Tausend Bilder, tausend Emotionen, tausend Dinge, die wir taten und nie wieder tun werden. Wie kann ich in dieses Haus zurückkehren? Woher die Kraft nehmen? Die Zeit ist es, Zeit ist die einzige Möglichkeit. Sie wird es heilen, sie wird mir eines Tages die Kraft geben, weiter zu machen. Er wird wiederkommen - ich bin sicher. Aber wann... . Alles ist so leer, so still und leer.

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