Sonntag, 20. September 2009

...und manchmal endet es auch einfach.

Sonntag, 6. September 2009

Und es geht alles irgendwie weiter...

Ein neues Jahr hat begonnen. Neue Arbeitskollegen, neue Bekanntschaften, neue Eindrücke und dennoch irgendwie die alten Dinge, die gleichen Events. Ein wenig merkwürdig ist es schon. Dennoch, ich war nicht untätig im letzten Monat. Zuviel ist geschehen, zuviele Eindrücke mussten erstmal verarbeitet werden, bevor ich nun wieder mit dem Schreiben beginnen kann.
Der August, er war sonnig, er war warm, er war irgendwie anders und dennoch auch schön. Die ersten Wochen im Kiga, neue Gruppe, neue Aufgaben, neue Arbeitskollegen. Unser neuer Zivi ist eingetroffen, braucht aber noch Eingewöhnungszeit. Vielleicht sind aber auch meine Erwartungen nach Consti zu hoch gesetzt. Es ist nicht jeder so offen mit den Kindern.
Die ersten Wochen waren leichter als gedacht, Frede bei den Riesen. Viel viel Spaß, eine wunderschöne Zeit, eine kurze Zeit verblieb uns noch und nie war es real. Lange lange Zeit verstanden wir uns nicht mehr so gut, wie in diesen letzten Tagen. Dann eine Woche voller Spaß, voller Unternehmungen. Die Ankunft unserer neuen Praktikantin Claire brachte wieder Schwung in unser Leben. Art goes Kapakka - eine Woche voller Veranstaltungen, welche mit der Nacht der Künste endete. Viele Konzerte und Barbesuche mitten in der Nacht, die schönste Woche im August. ICONCRASH unplugged und dann Rubik. Rubik im Siltanen . wir in der ersten Reihe, die Band zum Anfassen nah. Ein Blick zur Seite und plötzlich wird alles so real! Der Abschied von Frede, er ist so nah. Ich war so sehr damit beschäftigt mein Leben nach Constis Abschied neu zu ordnen, dass es einfach nie bewusst wurde. Aber die letzten vier Tage, da war es plötzlich real. Noch ein letzter Partyabend, dann ein letztes Mal kochen, ein letztes Mal was Trinken gehen. Doch es hält uns nicht in einer Bar, wir gehen noch ein letztes Mal durch die Stadt, Esplanade (unvergessen die Nacht um vier), der Dom, die Aleksis, der Bahnhof. Dann am Morgen - ein letztes Frühstück in Mökki Village. Dann der Abschied - wieder einmal Leere. Ich bin nicht allein - Claire fährt mit mir in die Stadt. 'Der Weg zum Bahnhof Kyrölä. Eine SMS genau im richtigen Zeitpunkt. Abschied und Wiedersehen - so nah beieinander. Consti - er ist wieder da UND er hat endlich Zeit. Gefühlschaos. Ich bin so froh, ist er wieder hier. Wir reden und reden - es tut so gut, es hilft so sehr, könnte es nur immer so sein. Frede fliegt derweil zurück nach Deutschland. Und auch Consti ist weg. Beide sind wieder fort. Der Abschied, die Trennung - kein Tag vergeht, an dem ich mir nicht die beiden wieder herwünsche. Manchmal fühlt es sich so an, als wären sie morgen wieder hier. So wie öfter, kurz getrennt, aber dann wieder hier. Aber es ist endgültig - nie wird es wieder so sein... und das Leben geht irgendwie weiter.
Letzte Woche holte ich mit Claire den zweiten Zivi vom Flughafen ab. Ein sehr aufgeschlossener Junge. Hat sich sofort mit den Kindern angefreundet und bringt neuen Schwung in unser Arbeitsleben. Die Woche dann viel 'Zeit mit denen. Die neue Mökki Village WG, schon auch ziemlich cool. Feuerwerkswettbewerb und Aamiaisklubi, Mölkky im Park und wildes Apfelbaumschütteln mitten in der Stadt. Es gibt wieder etwas zu lachen. Das Leben - es geht irgendwie weiter. Es muss irgendwie weiter gehen.

Sonntag, 2. August 2009

Eine lange Reise...

Helsinki
Hier begann mein Urlaub in Hektik, die angenehmer nicht hätte sein können. Die letzten Tage in vertrauter Gesellschaft, voll von lustigen Erlebnissen und emotionalen Eindrücken. Ein Gefühlschaos zwischen Abschied und Vorfreude.
Stuttgart
Es half alles nix, der neunte Juli wollte dieses Jahr einfach nicht ausfallen und so begann dieser Tag und ich flog zum ersten Mal in meinem Leben nach Stuttgart. Der Morgen war dunkel, grau, es regnete - perfektes Wetter, perfekte Abschiedsstimmung. Aber zwei Stunden und 45 Minuten später - Landen in einer neuen Welt. Stuttgart von oben, Deutschland von oben - kleine Felder, Häuser, Dörfer mit Kirchtürmen in der Mitte, Vegetation, Zivilisation - und vor allen Dingen - Berge, viele kleine Hügel, wohin man nur schaut. Nie war ich so glücklich, irgendwo in Deutschland zu landen. Die Stadt - kein anderer Ort wäre mit lieber gewesen. Der Flughafen klein, aber wie zur Hölle kommt man ins Zentrum? S-Bahn - aber welche Fahrkarte? Wieviele Zonen braucht man denn? Auf der Suche nach einem Infostand, meine erste Bekanntschaft in Deutschland. Ein Typ mit Visa Karte wandelte sich schnell vom Verkäufer zur Touristeninfo. Erklärte mir alles sowas von freundlich, so offen, so herzlichst - ich war begeistert!!! :-) Was für eine Begrüßung in diesem Land, die Schwaben, sie haben alle sogleich mein Herz erobert.
Wiedersehen mit wichtigen Freunden, der Fernsehturm, Besuche in Biergärten, das Schloss, der Landtag, endlich ein Cocktail, House-Parties mit türkischer Bekanntschaft, Hundertmenschen, ein weiterer Bierabsturz, Stuttgart 21 und ein Hamburger Fischmarkt mit frisch hergestellten Eiswaffeln - Stuttgart hat viel zu bieten.
Karlsruhe
Aber erstmals führte der Weg nach Karlsruhe. Die Stadt erbaut inmitten des Waldes, ist doch ziemlich anders im Vergleich. Aber viel Ruhe, Zeitung lesen ohne Ende, ein Schloss mit Fächerstraßen drumrum, Theater in der Uni, tanzende Menschen auf offener Strasse, eine Burgbesichtigung bei schwülender Hitze - kurz mein Kulturdrang wurde etwas gestillt.
Freiburg
Leider nur ein kurzer Aufenthalt, dennoch hat mich diese Stadt verzaubert. Wunderbare Atmosphäre - noch einmal Student sein. Eine schillernde Altstadt, freundliche Menschen und ein kulturreicher Abend im Stadttheater. Mein erster Poetry Slam - ich bin begeistert und hungrig nach mehr.
Heidelberg
Einmal im Leben muss man wohl in Heidelberg gewesen sein. Eine unendliche Straße durch die Altstadt, Möwen in Ba-Wü am Neckar und ein Schloß, was schier uralt sein muss. Heidelberg, du bist wunderschön, aber mein Herz habe ich dort nicht verloren.
Marbach
Mein Herz verlor ich einst in Marbach. Was für eine niedliche kleine Stadt. Schiller führte mich visuell bereits im Voraus durch die kleinen Gäßchen. Aber mit welchem Detail wird alles gepflegt und gehegt, mit wieviel Liebe hängt diese Stadt an seinem bekanntesten Bürger - Friedrich Schiller! Schiller hier und Schiller dort, Schiller in lebensgroßer Statur auf der Schillerhöhe oder Schiller in Restaurants und Cafe´s. Schiller in der Zeitung und Schiller auf lebensgroßen Büchern überall in der Stadt verteilt. Schiller im Museum und Schiller auf T-Shirts. Man kommt nicht drum rum - Schiller ist einfach überall. Dabei bietet Marbach soviel mehr, als nur diesen Schiller. Wo sonst findet man so ins Detail restaurierte Fachwerkhäuser, Häuser von Weinbauern oder wo sonst kann man in einer Stolpergasse wohnen. Kleine Gassen, kleine Häuser, niedliche Springbrunnen, alles in dieser Stadt ist so detailgetreu, mit soviel Liebe scheint es fast angelegt und gepflegt. Und auch die Marbacher scheinen davon zu profitieren. Ausgeglichene Ruhe, freundliche Gesichter, freundliche Worte überall. Kunst, Kultur, Literatur, ein anderes Lebensgefühl. In dieser Stadt ist das Schöne zu Hause. Diese Stadt besitzt Charakter, besitzt einen Hang zum Schönen. Ein kleines Städtchen am Neckar - aber ein große Ruheoase. Auf jeden Fall immer eine Reise wert. Schade, dass man Marbach so auf Schiller reduziert - diese Stadt ist mehr, als nur Schiller. Aber vielleicht merkt man es selbst und "Shilla" in modern bringt etwas neuen Schwung hinein. Nur zu dumm, dass ich leider das Theater über die Rückkehr Schillers in seine Heimat nach 245 Jahren nicht erleben konnte.
Ludwigsburg
In unmittelbarer Nähe von Marbach, fast ebenso schön. Ein bezaubernder Schloßgarten, Blumen, Springbrunnen, eine verzauberte Märchenwelt, hier wird man wieder zum Kind. Der Märchengarten entführt in eine andere Zeit. Aber Ludwigsburg ist nicht nur schön, nein Ludwigsburg ist auch etwas skuril. Wo sonst bitte hängen Schlangen über der Straße oder wachsen Bäume auf Dächern??? Ja - ich mag diese Stadt. ;-)
Heilbronn
Ja, also es ist nicht überall schön in Ba-Wü. Aber eine interessante Kirche und einige nette alte Häuser gibt es auch hier. Aber warum hat Heilbronn kein Schloß? Jede deutsche Stadt hat doch ein Schloß - so hat es Markku einst sehr passend formuliert.
München
Der Abschied von Ba-Wü fiel mehr als schwer. Aber ich musste weiter und so ging es wieder einmal nach München. Was für ein Temperaturwechsel. Der erste Tag - Marienplatz. Zeitungskioskbesitzer, Leute im Cafe' oder einfach die Frau auf dem Fahrrad - alle hatten eins gemeisam - Unfreundlichkeit in extremster Weise. Großstadt inmitten von Menschen im Dirndl oder im Bayerntrickot. Zum Glück bietet auch diese Stadt etwas mehr und mein Traum vom Deutschen Museum ging endlich in Erfüllung. Ich war zutiefst beeindruckt und mein Physik Leistungskurs war plötzlich wieder ganz nah.
Bamberg
Zurück ins Studentenleben. Bamberg hat sich nicht verändert, aber ich. Endlich wieder an meinem Lieblingsplatz sitzen und das Rauschen der Regnitz verfolgen. Alles ist so gleich wie immer, aber meine Gedanken, meine innere Ruhe - es hat sich etwas verändert - ich bin erwachsen geworden. Zum ersten Mal wird es mir bewusst. Spezikeller, Eis im Riffelmacher, die Uni, das Hofcafe', der Rosengarten, die Gondeln, die tausend Glocken der Stadt - alles ist genauso idyllisch wie eh und je. Der Abschied fällt schwer - gern wäre ich länger geblieben.
Starnberg
Das blaueste Wasser meines Lebens, auch wenn es diesen Begriff eigentlich gar nicht gibt, er trifft trotzdem die Situation am Besten. Eine endlose Uferpromenade, kristallklares Wasser, Schwimmen mit Blick auf den Grund und ein bezaubernes Alpenpanorama. Der Starnberger See - eine Märchenwelt und Ende des Märchenkönigs Ludwig.
Füssen
Sein Schloß aber bleibt bestehen und so steht Neuschwanstein seit vielen vielen Jahren unweit von Füssen. Ein schöner Fleck Erde im Allgäu, aber Touristen über Touristen und schlechte Organisation verderben jeden Anreiz zum Träumen.
Helsinki
Der Kreis schließt sich. Rückkehr nach Helsinki und zum ersten Mal mit Heimweh nach Deutschland im Gepäck. Zuviel ist es, was ich dort zurückgelassen habe. Zu wertvoll sind die Dinge, von denen ich mich verabschieden musste. Abschiede sind nicht neu, aber manche fallen besonders schwer aus. Manche Abschiede brauchen ewig, bis die Wunden einmal heilen. Diese gehören dazu.
Helsinki - die Stadt lebt. Ein Clown bringt mich zum Lachen, jeder kennt jeden, oder man trifft unverhofft immer jemanden. Eine Stadt, die tief in meinem Herzen liegt, aber momentan so leer und einsam wirkt. Deutschland hat mich verändert, die Reise hat mich verändert. Ich ging voll Unruhe und kam ausgeglichen wieder zurück. Zuviel habe ich auf dieser Reise verloren. Aber ich habe auch gewonnen - ein neues Ziel. Es gibt etwas zu tun, worauf ich mich vorbereiten kann. Jetzt habe ich den Willen dazu.
Der Urlaub geht zu Ende, viele Orte habe ich gesehen, viele liebe Menschen habe ich getroffen - aber die Zeit die wir hatten, sie war einfach zu wenig. Zu wenig Zeit war es, die wir hatten, zu wenig Zeit!!!

Freitag, 17. Juli 2009

...

Momentan einfach mal Auswandern nach Marbach am Neckar? Wie wäre es denn damit? ;-)
Viele Sommergrüße an alle!!! Bin im August zurück!

Mittwoch, 8. Juli 2009

...und was zum Nachdenken

Heute wäre der perfekte Tag! Heute wäre der perfekte Tag um endgültig Abschied von Finnland zu nehmen. Heute wäre ich von meinen Gedanken, von meinen verwirrten Gefühlen dazu bereit. In Deutschland würde ein neues Leben auf mich warten und wie hätte ich jetzt Motivation dazu, dies anzufangen. Aber es warten nur drei Woche Urlaub auf mich. Drei Wochen, in denen ich alte Freunde treffen werde, neue Städte sehe und vielleicht eine neue Sichtweise auf Deutschland bekomme. Die Abschiedsstimmung liegt noch immer in der Luft und obwohl es heute kein Abschied wird, fühlt es sich ein wenig so an. Lange habe ich keine Koffer mehr gepackt. Aber wie weit ist der Gedanke, dass ich schon bald wiederkomme. Bleibe ich denn nicht in Deutschland, bleibe ich nicht einfach dort? Kann ich zurück nach Helsinki, zurück nach Kerava. Alles fängt wieder neu an und dennoch ist es immer noch der alte Trott.
Das Jahr war wirklich sehr schön. Alles geht zu Ende und ich muss es akzeptieren, aber ich kann es noch immer nicht realisieren. Es fühlt sich noch so unwirklich an. Warum können Dinge nicht einfach so bleiben wie sie sind? Aber das wäre auch keine Lösung, es könnte nicht immer so sein, selbst wenn sich nichts ändern würde, es würde sie so bleiben wie es ist. Das Leben ändert sich ständig, es kommen immer wieder neue Eindrücke, neue Umstände. Wir können nur damit umgehen lernen, wir müssen es akzeptieren und unser Leben dementprechend gestalten.
In meinem Kopf ist es noch nicht so ganz angekommen. Morgen schon bin ich in Deutschland. Ab morgen beginnt wieder ein neuer Abschnitt in meinem Leben. Mein Kopf hat es noch nicht begriffen, mein Herz verdrängt es. Vielleicht ist es einfach leichter so.
Drei Wochen Deutschland - werden sie mir den nötigen Abstand bringen? Soviele liebe Freunde werde ich treffen und ich freu mich auf jeden einzelnen. Eine Reise in die Vergangenheit, obwohl ich nicht mal an vergangene Orte reisen werden. Alles ist neu und doch alt. Drei Wochen Zeit. Ich hoffe, sie reicht, um mir die Motivation zum Wiederkommen zu geben.

Was Lustiges...

Erstmal noch was zum Lachen. Schon mal im Fahrstuhl steckengeblieben? Eine Erfahrung, die man unbedingt einmal gemacht haben sollte. So steckte ich denn am Sonntag Dank Consti im Fahrstuhl fest. Aber jeder der meinen Fahrstuhl kennt, weiß, es könnte schlimmer sein. Ein angenehmes Licht, ein schöner Spiegel, eine nette Holzverkleidung und gute Gesellschaft hatte ich auch noch. Unsere Gefangenschaft dauerte allerdings nicht lang. Alte Fahrstühle haben auch den Vorteil, dass alles noch manuell geht und man sich schnell selbst befreien kann. Also Alarm vergessen und heimlich abhauen. Und die Moral von der Geschicht: Hüpfen geht im Fahrstuhl nicht!!!

Mittwoch, 1. Juli 2009

Gedanken von gestern schon

Noch ist es nicht so lange her, dass ich mich das letzte Mal so leer, so hilflos, so einsam, so hoffnungslos und so voller Angst gefühlt habe. Tausend Bilder laufen vor meinen Augen, tausend Gefühle schwirren in meinem Herzen, tausend Dinge, die ich noch tun möchte, die ich noch sagen möchte, aber die Zeit läuft ab, die Zeit fliegt dahin und ich kann sie nicht stoppen. Ich war so tapfer heute und dann, dann ging es einfach nicht mehr. Heute morgen, strahlender Sonnenschein. Viele bunte Ballons, gefüllt mit Wasser - die Kinder werfen sie, alle werden wir nacheinander naß. Soviel Spaß, soviel Lachen - vielleicht ein letztes Mal. Ein letztes Mal Lachen zusammen. Die Arbeit blieb Arbeit, heute zählen andere Dinge. Mittag - Kuchen, Obstsalat, Eis und ein letzter Kaffee. Eine Kleinigkeit nur und doch, wie lieb ist diese Geste? Wie lieb, wie besonders war sie jeden einzelnen Tag? Ein Jahr lang, ein Ritual des Alltags und sicher keine Selbstverständlichkeit. Die Kinder, wir ziehen sie an. Ich hocke auf dem Boden, spreche ruhig auf sie ein. Er springt dazwischen, redet, macht Quatsch mit den Kindern. Nur eine Kleinigkeit, unbedeutet und doch wie schön, eine Alltagsbegebenheit - so wichtig.
Es ist Mittag, Kaffee ist fertig. Zeit für das Abschiedsgeschenk. Zeit für eine letzte Runde um den Tisch. Nur "wir" sind irgendwie da, nur die eine Gruppe. Die andere fehlt, wie schön, wie angenehm. Es ist schwer, Gedanken, Erinnerungen - aber stark bleiben. Es funktioniert, ich sehne mich nach Hause, nach Einsamkeit. Schlafwache getauscht, zwei Stunden Kaffee - einfach mal nix tun, nur den Moment genießen.
Dann Välipala - er wirbelt herum. Bringt uns Eis, niemand beachtet es, wir reden einfach weiter. So kann der Abschied nicht gehen. Wir holen die Gitarre. Ein Lied für unsere Praktikantin. Wie féierlich, so einfach. Dann ein Gang zu den Riesen. Das komplette Spielhaus vereint. Wir stehen da, alle Zwerge so verschüchtert, alle schauen, wir singen. Ich kann nicht, ich schaffe es nicht. Die Stimme versagt, die Tränen wollen sich nicht mehr verdrängen lassen. Er ist so traurig. Die Musik war so eindringlich. Es ist nicht zu ertragen, ich flüchte in die Küche. Dort ist niemand, dort kann ich für mich sein. Silvia kommt zum Tschüss sagen. Sie gehen noch Essen. Wie schön - er wird sie so vermissen. Sie spricht mit mir, ich kann nicht mehr und muss nur noch weinen. Da stehen wir Arm in Arm. Sie ist soviel stärker als ich. Sie tröstet mich. Es gehen ja nicht beide! Ein Loch, ein riesen Loch. Dann die Verabschiedung von ihm. Er geht zu mir, er lacht schon wieder. Wäre ich doch nur so stark wie er! Ich will nicht weinen, aber es geht nicht. Bis heute Abend dann. Es tröstet, noch ist es nicht vorbei!
Feierabend - ein letzter Gang durch das Spiehaus. Tausend Bilder, tausend Emotionen, tausend Dinge, die wir taten und nie wieder tun werden. Wie kann ich in dieses Haus zurückkehren? Woher die Kraft nehmen? Die Zeit ist es, Zeit ist die einzige Möglichkeit. Sie wird es heilen, sie wird mir eines Tages die Kraft geben, weiter zu machen. Er wird wiederkommen - ich bin sicher. Aber wann... . Alles ist so leer, so still und leer.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Szenen eines Mittwochs

Was gibt es schöneres als am Meer zu wohnen...? Mittwoch also ist heute, oder täusche ich mich? Ist gar doch schon Wochenende oder befinde ich mich bereits im Urlaub? Der Mittwoch begann wie auch schon im letzten Jahr vereinzelt, bei Stefanie auf dem Balkon. Nach einem gemütlichen Mölkky Spiel ganz entspannt auf dem Balkon nen Wein genießen. Der Mittwoch begann mit einem Sonnenuntergang. Oder war es eigentlich schon der Sonnenaufgang? Na dunkel war es jedenfalls nicht. Gegen halb eins, musste ich leider an den Heimweg denken. Da war doch noch was, ja die Arbeit. Begleitet von Geschrei der Möwen, spazierte ich die Kalevankatu herauf. In kurzen Sommerkleidern scheinen auch die Finnen kommunikativer zu sein. Schön, wenn man diesen Weg nicht allein gehen muss. Halb zwei wartete mein Bett auf mich. Wieder einmal nur fünf Stunden Schlaf, aber es ist Sommer! Die Stadt morgens um acht. Die Strassereinigung fegt, die Fusswege sind feucht. Die Sonne strahlt, der Himmel könnte blauer nicht sein. Stille und doch der Lärm der Stadt, vermischt mit dem immer dominanten Geschrei der Möwen.
Die Arbeit entspannend und stressig zugleich.
Die Zugfahrt heim - es ist Sommer - man kommuniziert miteinander. Die Finnen, sie leben und schenken einen auch einmal ein Läscheln oder ein freundliches Wort. Man läschelt gern zurück.
Der Bahnhof - eine Wüste von Menschen. Chaos und Stress pur. Die Strassen vestopft, Menschen überall Menschen. Wo nur sind die alle im Winter? Man drängelt sich durch. Die Kalevankatu - das Bakers, überall Menschen im Strassencafe`. Alle plaudern, alle Lachen, alle sehen zufrieden aus - es ist Sommer.
Der zweite Teil des Tages beginnt. Man verläßt die Stadt. 10 Minuten zu Fuss, bis zur Hietalahdenbucht. Idylle pur, die Vögel zwitschern, der Kies knirscht unter den Füssen, Radfahrer und Jogger rauschen an einem vorbei. Es ist still, nur das Meeresrauschen und das Geschrei der Möwen. Dort ein glückliches Paar, dort zwei plaudernde Mädels, dort ein einsamer Mann mit Hund. Alle läscheln, alle sind zufrieden - es ist Sommer.
Der Strand - Schock! Niemals, wirklich niemals würde ein Strand in Deutschland dermaßen vermüllt aussehen. Überall Party, Volleyball, laute Musik. Doch ich schlendere den Strand entlang. Das Wasser eisig, aber schön. Weiter hinten, Stille, das Meeresrauschen, mal ein Motorboot und die Möwen laufen um mich rum. Die Uhr zeigt bereits 9 an, die Sonne steht noch immer hoch am Himmel. Ich sitze auf einem Stein im Wasser. Ein Paar läuft vorbei, haben sich gerade erst kennengelernt. Sie ist Finnin, er Áusländer. Sie unterhalten sich auf Englisch. Sie ist empört, wie kann man Finnland mögen. Sie will fort, nach Spanien, nach Amerika. Später laufen sie nochmal an mir vorbei, Arm in Arm. Für sie ist es vielleicht der perfekte Mittwoch.
Ein Motorboot fährt vorbei, große Wellen überfluten meinen Stein, durchnässen mein Kleid. Zeit zu gehen.
Wer kennt es nicht, das Gefühl im Strandurlaub. Man geht nach einem Tag am Strand nach Hause. Vollkommen entspannt, vollkommen glücklich, ruhig, ausgeglichen und müde. War es wirklich erst heute, dass ich Arbeiten war? Aber es ist kein Urlaub - es ist Alltag hier.
Was gibt es schöneres als am Meer zu wohnen?
Meine Tage sind zweigeteilt. Arbeiten und Urlaub. Die fehlende Nacht, sie macht es möglich. 5 Stunden Schlaf, mehr brauche ich nicht. Arbeit und Urlaub - 130 km Wasser hat Helsinki. Morgen geht es zu einem anderen Strand. Arbeit, Fähre fahren, Strand und dann meine einstige Lieblingsbar in Kallio. Morgen folgen Szenen eines Donnerstags. Die Finnen, sie leben, sie kommunizieren, sie sind zufrieden - es ist Sommer! Unvorstellbar, dass es jemals wieder dunkel wird. Es gibt nichts schöneres, als am Meer zu wohnen!!!

Montag, 8. Juni 2009

Geschichten aus dem Frühling

Ja die Wochen ziehen ins Land. Der Sommer war da und ist schon wieder vergangen. Mit ihm war mal wieder Besuch in meiner kleinen Residenz hier. Silvi fand abermals den Weg nach Helsinki und brachte auch noch ihren Freund mit. "Und hoffentlich seit ihr noch ganz lange nicht zusammen." Der Satz des Wochenendes. Das Highlight des Wochenendes war wohl eindeutig die Fussball WM Qualifikation Finnland gegen Lichtenstein. Mal eben völlig spontan beschlossen wir am Samstag Abend ins Stadion zu gehen. Unsere Spontanität wurde belohnt. Es gab ein spannendes Spiel und viel zu lachen. Gelacht haben wir wahrlich viel am Samstag. Seit langem konnte ich mal alles vergessen. Nach dem Besuch einer Karaokebar überkam uns dann mal eben das Gesangsfieber auf offener Strasse. So musizierten wir eben mal improvisiert eine Art SUOMI Choral. Wie melodisch dieses Wort doch ist. Keine Ahnung was meine Nachbarn jetzt von mir halten, aber es war wirklich schön.
Währenddessen stellen sich meine Gedanken schon voll auf das kommende Kindergartenjahr ein. Es wird so vollkommen anders werden. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, aber ich habe auch Angst. Angst davor, dass man mir Steine in den Weg legen könnte, Angst, dass ich nicht stark genug sein werde. Aber ich werde nicht aufgeben. Es MUSS halt alles weitergehen. Der Wechsel in die große Gruppe bringt auf jeden Fall viele neue Aufgaben mit sich, auf die ich mich schon sehr freue. Ich mag die Riesen und es wird lustig und spannend mit ihnen werden. Aber auch meine Aufgabe als Deutschlehrerin wird mir gefallen. Heute habe ich die ersten Bücher dazu gesichtet und mal sehen, ob mir das Unterrichten Spaß machen wird. Einst wollte ich mal Grundschullehramt studieren. Heute bin ich froh, hab ich es nicht gemacht und dennoch bekomme ich jetzt die Möglichkeit, zu unterrichten. Es wird spannend werden.
Soviele neue Aufgaben und dennoch, was bleibt ist der Job. Privat wird sich auch einiges verändern. Davor graust es mir am meisten. Wieder neue Menschen kennenlernen, die vielleicht wieder nach einem Jahr gehen?! Oder doch lieber volle Konzentration auf die Arbeit? Ich habe keine Antwort darauf und alles nachdenken hilft in diesem Fall auch nicht weiter. Es kommt halt wie es sein soll. Auf den Tag genau vor einem Jahr traf ich Josh das erste Mal. Die Zeit war schön, sie war schwer und dennoch ging es weiter. Was danach kam, war auch schön, wenn auch anders. Es wird immer weiter gehen. Es wird etwas neues kommen - ich muss nur Geduld haben. Das Leben geht weiter, das habe ich mir einmal vor vielen Jahren geschworen und hey, was hätte ich alles verpasst? Es wird etwas neues kommen... mein Optimismus ist noch irgendwo in mir. Er schläft nur grad ein wenig. :-) Es geht weiter und immer weiter...

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